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Feindliche Übernahme

28.01.2007

Lieber Gregor, lieber Ossi, herzlichen Glückwunsch, dass euer Juxverein endlich von RTLII aufgekauft worden ist. Alles geht einmal zu Ende, auch die zusammengeraubten SED-Millionen. Aber nun ist die weitere Finanzierung ja gesichert, und obendrein werdet ihr jetzt wieder ein bisschen wahrgenommen (sogar in Westdeutschland, boah ey!). Die Schmonzette mit den Mikrofonen an der verstaubten Lampe war als Einstieg in die Comedy-Branche echt gelungen. Toll war auch der Gag mit dem Haar, das Gesine Lötzsch und Petra Pau in ihrer Kantinensuppe finden und von dem zunächst angenommen wird, es stamme aus der rechten (!) Augenbraue des stellvertretenden Leiters der CIA-Abteilung "Observation of german joke clubs", als dessen Herkunft sich dann aber das linke Nasenloch von Marx und Engels herausstellt. Nach diesen Anfangserfolgen habt ihr es mehr als verdient, dass RTLII nun eine Daily Soap mit euch produziert, Titel: "Und wovon träumen sie nachts?" Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, hat die erste Staffel folgende Handlung:

Am 3. Oktober 2007 befindet sich fast die gesamte Republik im alljährlichen Freudentaumel der Deutschen Einheit. Die PDS, der an diesem Tag naturgemäß gar nicht zum Feiern zumute ist, nutzt die Gunst der Stunde und führt mit Hilfe linksfaschistischer Schlägertrupps aus der sog. autonomen Szene einen Staatsstreich durch. Die sog. Autonomen nennen sich von nun an FDJ.

Gregor Gysi und Ossi Lafontaine ordnen an, dass die Massenarbeitslosigkeit mit sofortiger Wirkung abgeschafft ist. Wer trotzdem noch arbeitslos ist, wird auf der Flucht erschossen.

Lothar Bisky lässt sich zum Kaiser des in Volkskammer umbenannten Bundestages krönen. Die Abgeordneten der Blockparteien müssen ihm die roten Socken küssen, die er zur Strafe einen Monat lang nicht gewaschen hat. Wer kotzen muss, wird auf der Flucht erschossen. Hierdurch wird die Zahl der Volkskammerabgeordneten binnen kurzem auf 53 reduziert (plus ein paar Abgeordnete vom linken SPD-Flügel, die künftig als Aktentaschenträger dahinvegetieren dürfen).

Gregor Gysi wird Justizminister. Als erste Amtshandlung lässt er postum Erich Honecker und Egon Krenz strafrechtlich rehabilitieren und für den Friedens-Nobelpreis vorschlagen. Doch das Nobelpreis-Komitee weigert sich und wird deshalb auf der Flucht erschossen. Norwegen bricht daraufhin die diplomatischen Beziehungen zum neuen Deutschland ab. Gysi gerät in die öffentliche Kritik, weil der Spiegel enthüllt hat, dass er auf Parteikosten regelmäßig mit dem Stadtbus in seine Pankower Stammkneipe fährt, um sich mit Cuba Libre voll laufen zu lassen. Als letzte Amtshandlung lässt er den Spiegel vom Neuen Deutschland aufkaufen, Rudolf Augstein postum in den Knast stecken und Erich Böhme für den Literatur-Nobelpreis vorschlagen. Doch das Nobelpreis-Komitee weigert sich und wird deshalb auf der Flucht erschossen. Schweden bricht daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu RTLII ab. Gysi tritt zurück. Dem Stadtbusfahrer vertraut er an: "Das war mir ohnehin zu viel und zu schwere Arbeit."

Ossi Lafontaine übernimmt das Bundespresseamt und benennt es um in MfAgitpop - Ministerium für Agitation und Populismus. Er würde zu gern Gerhard Schröder auf der Flucht erschießen lassen, doch der entkommt durch eine Gas-Pipeline in den Kreml. Als Protest gegen diese neoliberalen Machenschaften bricht Lafontaine die diplomatischen Beziehungen zu Gasprom ab, lässt Wladimir Putin auf der Flucht erschießen und tritt dann zurück. Er hält sich weiterhin für unentbehrlich und zwingt Angela Merkel, ihm Physik-Nachhilfe zu geben, weil er den Wegfall der russischen Gaslieferungen durch alternative Energiequellen ausgleichen möchte. Vorrangig denkt er dabei an Braunkohle.

Frank Bsirske wird Arbeits- und Sozialminister. Seine Gewerkschaft, die schon lange vor der Machtergreifung von der PDS aufgekauft worden war, wird umbenannt in ver.li - Vereinte Linksleistungsgewerkschaft. Er ordnet an, dass alle ver.li-Mitglieder auf Kosten der Arbeitgeberschweine ein Abonnement des Neuen Deutschland bekommen, das sie während der Arbeitszeit lesen müssen. Finanziert wird dies durch eine Sondersteuer auf das Privatvermögen von Ossi Lafontaine, nun Chefredakteur der "In-Out"-Rubrik der vom Neuen Deutschland aufgekauften Bildzeitung. Alle Nicht-ver.li-Mitglieder werden auf der Flucht erschossen. Bsirske würde zu gern Hartmut Möllring auf der Flucht erschießen lassen, doch der entkommt, indem er sich unter die Kinderschar von Ursula von der Leyen mischt. Diese wird in ein Umerziehungslager verschleppt, flieht in einem schwarzen Wertstoffsack und findet Asyl im Vatikan. Der Versuch, daraufhin Benedikt XVI auf der Flucht zu erschießen, scheitert, da er zum Hausmann konvertiert ist und Ursulas Kinder betreut (besonders der kleine Hartmut hat es ihm angetan). Dennoch schlägt der Zentralrat der Muslime sich selbst für den Friedens-Nobelpreis vor. Das Vorhaben scheitert infolge Personalmangels beim Nobelpreis-Komitee. Ursula von der Leyen wird Päpstin Mater Dolorosa I, woraufhin RTLII eine eigene Daily Soap mit ihr produziert. Das Neue Deutschland wird vom Osservatore Romano aufgekauft. Gregor und Ossi werden auf der Flucht exkommuniziert.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, ist die zweite Staffel bereits in Planung.

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(26.11.2007)