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Sitzenbleiber

25.07.2011

Die PDS ist in die Kritik geraten. Nicht weil sie Diktatur und Planwirtschaft anstrebt, sondern wg. Antisemitismus. Und ausgerechnet ich - wie tief bin ich gesunken - muss diese Mischpoke verteidigen. Also los - ist‘s schnell getan, ist‘s abgetan:

Die unappetitlichste Entgleisung ereignete sich in der Bundestagssitzung am 27.01.2010 anlässlich des Ausschwitz-Gedenktags, als nach der Rede des israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres beim Schlussapplaus mehrere Abgeordnete der PDS (darunter Sahra Wagenknecht, ehemals Chefin der Kommunistischen Plattform der PDS) demonstrativ sitzen blieben, wofür sie ein dickes Lob von der NPD bekamen (Pack schlägt sich ...). Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, erinnert sich nun an diesen Vorfall, und gleich vielen anderen Amts- und Würdenträgern sieht er darin Antisemitismus. Was soll dieses leichtfertige, oberflächliche Gerede? Wäre jemand per se ein Rassist, wenn er die Politik eines asiatischen oder eines afrikanischen Staates kritisiert? Ich hätte auch gewisse Probleme, z. B. zu Ehren des chinesischen Ministerpräsidenten aufzustehen (PDSler würden ihm eingedenk des himmlisch friedlichen 4. Juni 1989 natürlich die Füße küssen). Hingegen würde ich mich in Gegenwart eines PDS-Mitglieds selbstredend spontan erheben - um angewidert den Raum zu verlassen.

Der Antisemitismus gehört nun mal nicht zum ideologischen Repertoire der Linksradikalen. Zwar darf man den latenten bis offenen Antisemitismus der kommunistischen Regime im früheren Ostblock nicht vergessen, der jedoch kein spezifisch linksradikales Phänomen war, sondern vielmehr Projektion der jeweiligen Volksseele. Irritierend und beunruhigend bleiben aber solch bizarre Seitenwechsel wie die von Roland Freisler und Horst Mahler. Das Stammtisch-Feindbild der Linksradikalen ist vielmehr der Westen, also Demokratie, Rechtsstaat, Pluralismus, Individualität, Marktwirtschaft. Deshalb sind Israel und seine Repräsentanten in der PDS so blind verhasst: weil es Teil der westlichen Welt ist, so wie die USA (also known as Empire of Evil) und deren Büttel (allen voran die BRD) blind verhasst sind. Wie also kommt jemand auf die abgedrehte Idee, die Sitzzwerge der PDS seien Antisemiten, weil sie nach der Rede von Herrn Peres nicht aufstanden? Deren Verhalten zeigt lediglich, dass sie ungehobelte Dumpfbacken sind, die im Bundestag nichts zu suchen haben.

Um das Böse auszutreiben, empfiehlt der Erzbischof Exorzismus mithilfe magischer Beschwörungsformeln: Die PDS müsse die Zwei-Staaten-Lösung und das Existenzrecht Israels in ihr Parteiprogramm aufnehmen. Um Gottes willen, man gibt der PDS doch keine guten Ratschläge, was sie in ihr Endzeit-Szenario heucheln sollte, um noch hoffähiger zu erscheinen. Äußerstenfalls legt man der PDS nahe, sich dahin zu scheren, wohin sie gehört, nämlich zum Teufel oder zumindest nach Ostdeutschland, und nie mehr zurückzukommen. Würde ein Funktionär der Partei des demokratischen Sozialismus (SPD) dergleichen absondern, um dem verlässlichsten Kollaborationspartner beizuspringen - Schwamm drüber. Wenn aber sogar der Katholenoberste so unverantwortlich daherplappert, zeigt dies, wie hoffnungslos akzeptiert und integriert die Kommunismus-Partei Deutschlands (PDS) inzwischen ist.

Fazit: Klassenziel im Fach „Politisches Denken“ nicht erreicht. Sitzenbleiben!

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(25.07.2011)