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Sterbender Schwan
oder:
Biederfrau und die Brandstifter

26.05.2008

Obwohl SPD und Grüne keine Mehrheit haben werden, wird die SPD eine Kandidatin für die Wahl des Bundespräsidenten 2009 aufstellen. Dies ist zunächst weder ungewöhnlich noch unanständig, sondern es hat Tradition, mit trotzigem Füßchenstampfen Gegenkandidaten zu präsentieren, die sich von vornherein in aussichtsloser Position befinden. Ich habe schon immer die starke Psyche dieser Zählkandidaten bewundert, die sich mit stoischem Grinsen und papiernen Durchhalteparolen zum Affen machen (der Knaller war 1999 Uta Ranke-Heinemann für die PDS). Der klitzekleine Unterschied: Diesmal könnte die SPD-Kandidatin doch gewählt werden - mit den Stimmen der PDS. Nun ist keine Partei für das Wahlgebaren anderer Parteien verantwortlich. Auch 2004 gab es eine aussichtslose SPD-Kandidatin (dieselbe Gesine Schwan) und PDSler in der Bundesversammlung, und diese stimmten offenkundig für Frau Schwan. Nur spielte es damals zahlenmäßig keine Rolle, und das war von vornherein klar. (Das pompöse Ritual der Bundespräsidenten-Wahlen, deren Sieger immer schon lange vorher feststehen, hat nun mal den Charme pseudo-demokratischer Schauveranstaltungen, wie sie gemeinhin von Diktaturen inszeniert werden.) Handelt es sich diesmal also um Kalkül? Zählt die SPD diesmal bewusst auf die Stimmen der PDS? So wie sich Verhältnis und Verhalten beider Parteien in letzter Zeit darstellen, müsste man schon hoffnungslos naiv sein, um dies zu verneinen.

Warum aber wird Frau Schwan das tun? Nun könnte man sagen: Wer der Menschheit kalt lächelnd eine solch beknackte Frisur zumutet, schreckt vor gar nichts zurück, auch nicht davor, das Amt des Bundespräsidenten als Schwarzmarktware zu missbrauchen. Diese auf den ersten Blick schlüssige Erklärung greift jedoch bei näherer Betrachtung zu kurz. Vielmehr muss man die Angelegenheit unter einem gänzlich anderen Aspekt beurteilen: gerontologisch. Damit meine ich nicht Frau Schwan persönlich, sondern die SPD, die steinalte Tante, die sich nur noch mit einem Rollator Marke "PDS Turbo" mühsam auf den Beinen halten kann und einem - für alle Beteiligten - qualvollen Ende entgegensiecht. Die SPD hat die Nase gestrichen voll. Sie kann nicht mehr und will nicht mehr. Sie will nur noch Ruhe und Frieden und einfach Schluss machen. Was sie auch tut - alle verdrehen nur die Augen und lachen über sie. Erst letzten Herbst (!) hat sie infolge hochgradiger Verwirrtheit und Altersstarrsinns den Begriff "Sozialismus" in ihr Parteiprogramm aufgenommen. Was kommt als Nächstes? Selbstgespräche, Desorientierung, Einnässen? Es ist zum Erbarmen! Und dazu dieser Stress. Unsereins regt sich wegen der Rente mit 67 auf, aber die arme SPD muss noch mit 145 ranklotzen bis zum Umfallen. Ganztags, in leitender Funktion. Nicht mal Altersteilzeit in Sicht. Hätten Sie da Bock drauf? Na also. Resignation, Abwendung vom Diesseits und Todessehnsucht sind ihr daher nicht zu verdenken. Deshalb hat die Zukunftskommission der SPD in einem geheimen Strategiepapier beschlossen, dass die verlogene Anbiederung an die PDS (ein Schritt zurück, zwei Schritte vor) das wirksamste Mittel ist, den eigenen Niedergang zu beschleunigen.

So schließt sich denn nach 145 Jahren der Lebenskreis der SPD - mit Frau Schwans missglückter Biedermeier-Frisur (die einer Jenny von Westphalen gar trefflich angestanden hätte).

Und wir Überlebenden? Uns bleibt nur die eine Hoffnung: dass die letzten aufrechten SPD-Abgeordneten dieses schmutzige Spiel niedermetzgern.

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(26.05.2008)