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Schäferviertelstündchen

01.12.2008

Andy Warhol sagte mal: "Jeder Mensch wird für 15 Minuten berühmt sein." Dies scheint sich die hessische SPD zum Motto gemacht zu haben. Nachdem die anfängliche Favoritin des endlosen HSDS in der Vorrunde rausgekickt worden ist (immerhin stilvoller, als Bohlen & Co. dies zu tun pflegen), wird prompt das nächste hoffnungslose Talent ins Scheinwerferlicht geschubst: Thorsten Schäfer-Gümbel, ein politisch korrektes Weichei mit Doppelname (typisch linke Spinner), von dem zuvor niemand je etwas gehört hat, soll nun Ministerpräsident werden wollen. Und warum? Weil Frau Ypsilanti es nicht für opportun hält, dass der Wahlkampf durch eine Diskussion über Wortbruch und Glaubwürdigkeit belastet wird, wenn sie selbst wieder MP-Kandidatin wäre. Klingt plausibel und total edel. Das Dumme ist nur: Der Wahlkampf ist nicht das Ende der Geschichte. Was ist mit dem Amt des Ministerpräsidenten - braucht es nicht unbelastet zu sein? Warum spricht Frau Ypsilanti nicht auch davon? Dass sie dies nicht tut, kann ein unfreiwilliger Beleg dafür sein, dass Herr Schäfer-Gümbel nichts weiter ist als ein Strohmann, der ausschließlich während des Wahlkampfs scheinbar an erster Stelle steht. Dies würde auch erklären, warum statt eines SPD-Promis nur dieser Herr Niemand gekürt worden ist, der jederzeit wieder in der Versenkung verschwinden kann, ohne sein Gesicht zu verlieren. Folgende drei Szenarien sind denkbar, sofern der Linke Block aus SPD, Grünen und PDS wieder die Mehrheit bekommt und sämtliche potenziellen Abweichler zuvor ausgemerzt wurden:

1   Herr Schäfer-Gümbel wird Ministerpräsident und bleibt dies während der gesamten fünfjährigen Legislaturperiode. Frau Ypsilanti übernimmt irgendeinen potemkinschen Ministerposten und hält faktisch alle Fäden in der Hand (Modell Putin).

2   Herr Schäfer-Gümbel wird zunächst Ministerpräsident, legt das Amt aber sodann nach kurzer Zeit nieder, weil er z. B. in Mutterschutz gehen muss. Seine Nachfolgerin wird ... (wer's errät, bekommt ein rotes Sternchen).

3   Herr Schäfer-Gümbel stellt nach zwei Monaten aufreibenden Wahlkampfs zu seiner maßlosen Verblüffung fest, dass er Beruf und Familie nicht unter einen Hut bringen kann, und kandidiert gar nicht erst als Ministerpräsident. Wortbruch, Unglaubwürdigkeit? Aber nein! Genau genommen gibt es die Funktion eines MP-Kandidaten ja noch gar nicht, denn am 18.01.2009 wird nicht der Ministerpräsident gewählt. Ein "MP-Kandidat" ist nichts weiter als der Hauptdarsteller einer Partei im Landtagswahlkampf. Erst in der konstituierenden Sitzung des neuen Landtags kommt es wirklich darauf an, wer als Ministerpräsident kandidiert. Statt Herrn Schäfer-Gümbel kandidiert sodann ... (na, Sie wissen schon).

So wird der Wahlkampf unbelastet vorüber sein, und von der Zeit danach hatte Frau Ypsilanti nichts gesagt.

Früher stand auf Sofakissen: "Nur ein Viertelstündchen". Schlaft weiter - die PDS und ihre Steigbügelhalter werden schon für ein böses Erwachen sorgen.

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(01.12.2008)