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Hartz VI

22.01.2007

Lieber Peter, du alter Saukerl, du hast uns ja schwer enttäuscht. Wir Kleinbürger und -innen, die wir zumeist über den monogamen Coitus simplex germanicus nicht hinauskommen, haben uns unter Untreue in Tateinheit mit sexuellen Ausschweifungen in besseren Kreisen eigentlich etwas ganz anderes vorgestellt: Die Chefetage des VW-Konzerns - ein einziges tiefer gelegtes Turbo-Cabrio mit Liegesitzen, jeder mit jeder, jede mit jedem (und um der politischen Korrektheit Genüge zu tun: jeder mit jedem, jede mit jeder), kreuz und quer, drunter und drüber, gearbeitet wird nur ab und zu als Entspannung danach, zwischendurch ein paar knackige Eifersuchtsdramen. Wie aber sah die armselige Realität aus? Nur ein paar notgeile Wichtigtuer und ein paar Nutten. Das soll nun sexuelle Belustigung am Arbeitsplatz sein? Ach, Peter, findest du das nicht selbst ein bisschen sehr billig? (Auch wenn es sicherlich nicht billig war.) Fazit: Statt prallen Menschenlebens nur pralle Portmonees, statt Hart-Sex nur Hartz VI. Manchmal hat man wirklich Zweifel, ob Männer jemals irgendetwas Sinnvolles auf die Reihe kriegen. Schon deshalb muss es unbedingt mehr Frauen in spitzen Positionen, pardon: Spitzenpositionen geben, auf dass kraft der unersättlichen Triebhaftigkeit des Weibes endlich mal ein bisschen Arbeitslust in den Laden kommt. So wenden wir uns denn neuerlich enttäuscht ab von unseren Führungspersönlichkeiten, die uns ein ums andere Mal befriedigende Antworten auf die drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft schuldig bleiben, vor allem auf diese: Gibt es Sex im Büro? Und wenn ja: Gilt das als Arbeitszeit?

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(31.01.2007)