Druckfassung (PDF)

Suchthelfer

Inhalt

Grüne Gras-Hüpfer
Prima, Primaten!
Bock-Bier
Studieren statt inhalieren
Städtischer Aut(omat)ismus
Shitparade
Fingerzeig

Grüne Gras-Hüpfer

www.dietrich-klabunde.de
Startseite > Sonstiges > Grüne Gras-Hüpfer
26.12.2014

Nachdem die PDS dies schon 2011 vergeblich versuchte, sind nun auch die Grünen auf dem Trip, dass Cannabis legalisiert werden muss. Hierzu haben sie im Bundestag einen Gesetzentwurf eingebracht: CannKG, das Cannabiskontrollgesetz (Vertrauen is' gutt ...) - ein visionär-halluzinatorisches High-Light legislativen Schaffens, dessen alle Fesseln von Zeit und Raum sprengende Erleuchtetheit den Geist tiefer Vertrautheit mit der Gesetzesmaterie atmet. Auch Grünen-Chef Cem Özdemir unterstützt die Cannabis-Freigabe und ließ sich (der provokante Lauser!) auf seinem Balkon mit dem Weihnachtsstern der Alternativspießer filmen - einer Hanfpflanze. Ist Özdemir, der Biedermann mit treuherzigem Dackelblick, in Wahrheit die Reinkarnation von Timothy Leary? Dass die Grünen den Gebrauch von Cannabis forcieren, ist plausibel, denn Hanf (natürlich nur Bio-Hanf aus kontrolliert ökologischem Anbau) ist rein vegetarisch und passt somit nahtlos ins Konzept des von den Grünen befohlenen Veggietags. Vielleicht werden sie nun auch einen Cannietag einführen, an dem jeder Volljährige eine Tagesration Cannabis verqualmen muss. Was aber hat die PDS mit Drogen am Hut? Ausgerechnet die Partei der ewig gestrigen, ostdeutschen Provinzpopel? Das passt doch nicht zusammen. Es sei ferne von mir, wirre Verschwörungstheorien zu verbreiten, aber mir drängt sich ein übler Verdacht auf: Vielleicht dient das Joint Venture des blutrot-grünen Drogenkartells allein dazu, die (vor allem West-) Deutschen so zu benebeln, dass sie 2017 die Bildung einer SPD-PDS-Grünen-Bundesregierung widerstandslos und mit dämlich-seligem Lächeln hinnehmen - in Erwartung des Neuen Zeitalters: In der vorsozialistischen Klassengesellschaft muss das Volk sich bislang mit Religion als Opiumersatz abspeisen lassen. Die Gesetzesinitiativen von PDS und Grünen sind nun der lang ersehnte Befreiungsschlag, ein in großer historischer Tradition stehender, emanzipatorischer Akt basisdemokratischer Teilhabe: Liberté, Égalité, Légalise it! Yes, we cannabis! Statt Schwarzer Afghane gibt es künftig Roter Ossi und Grüner Türke.

Cannabis gehört zu Deutschland! Was verbindet beide? Die Kultur: Cannabis ist eine Kulturpflanze, die Deutschen sind ein Kulturvolk. Derzeit läuft das Auswahlverfahren, welche immateriellen deutschen Kulturgüter für die Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe vorgeschlagen werden. Favoriten sind Bier und Brot, denn bekanntlich gibt es in keinem anderen Land eine solche Vielfalt dieser beiden Grundnahrungsmittel. Aber der Mensch lebt nicht vom Bier und Brot allein, es muss auch ein bisschen Cannabis sein. Daher meine Empfehlung: Stattdessen sollte Cannabis vorgeschlagen werden, denn durch das CannKG (das uns auch kein anderes Volk, das nur ein bisschen ernst genommen werden will, nachmachen würde) ist die Grundlage für höchstwertige Cannabis-Produkte auf Weltklasse-Niveau geschaffen, mit Reinheitsgebot und allem Pipapo. Angela Merkel und Deutsches Cannabis - darum beneidet uns die Welt.

Die grünen Hanf-Spinner sind wirklich gewiefte Propagandisten, die ganz genau wissen, wie man die Öffentlichkeit für dumm verkauft: Die Einleitung zum Gesetzentwurf hebt an mit der Behauptung, die Prohibitionspolitik im Bereich von Cannabis sei vollständig gescheitert. Wussten Sie schon, dass in Deutschland „Prohibitionspolitik“ betrieben wird? Ich auch nicht, denn dieser Begriff ist hierzulande völlig ungebräuchlich. Die Grünen, deren Weltbild sich offensichtlich aus billigen amerikanischen Gangsterfilmen im Flüsterkneipen-Milieu speist, haben dieses Wort aus der US-Geschichte geklaut, um das bisherige Verbot von Cannabis zu diskreditieren: Seit 1920 war in den USA Alkohol verboten, der Besitz strafbar. Diese als Prohibition bezeichnete Maßnahme wurde 1933 wieder eingestellt. Indem die Grünen von Prohibition sprechen, wollen sie suggerieren, die Befürworter des Cannabis-Verbots stünden auf dem Niveau frömmelnder, altjüngferlicher Temperenzlervereine vor 100 Jahren.

Mit der Aussage, das Verbot von Cannabis sei vollständig gescheitert, wollen die Grünen behaupten, dass eine Strafandrohung dazu diene, die Menschen zu bessern und zu bekehren, auf dass das betreffende Delikt in überschaubarer Zeit für immer aus der Welt verschwindet. Tritt dies nicht ein, sei dies ein Beweis für die Unsinnigkeit der Strafandrohung, woraus die einzig sinnvolle und zwangsläufige Konsequenz zu ziehen sei, die Strafandrohung abzuschaffen. Hallo, geht‘s noch? Die Prohibition von Mord und Totschlag, Ladendiebstahl, Steuerhinterziehung, Kinderpornografie, Heroinhandel und sonstigen Absonderlichkeiten, die manche Exemplare der Gattung Mensch sich herausnehmen zu dürfen meinen, hat bis zur Stunde auch noch nicht dazu geführt, dass diese Delikte verschwunden sind, und ich wage die nicht ganz unrealistische Prognose, dass dies weiterhin nicht der Fall sein wird. Sollen deshalb auch diese Delikte künftig erlaubt sein? Natürlich wissen die Grünen nur zu gut, wie hanebüchen ihr Argument ist, aber sie vertrauen darauf, dass der Rest der Menschheit darauf hereinfällt. Andererseits: Die Idee, alles, was illegal ist und dennoch getan wird, einfach zu legalisieren, ist schlichtweg genial und sollte auf sämtliche anderen Delikte ausgeweitet werden. Auf diese Weise lässt sich die Kriminalitätsrate auf Null senken. Scharlatenerie ist leider nicht strafbar, aber davon würden die Grünen sich ohnehin nicht beeindrucken lassen.

Weiter heißt es, dass 2,3 Mio. Erwachsene und 22,2 % der 15- und 16-Jährigen Cannabis konsumieren. Bei den Erwachsenen wird eine absolute Zahl, bei den Jugendlichen aber eine Prozentzahl genannt. Dies ist systematisch unsinnig, weil nicht vergleichbar. Kleiner redaktioneller Lapsus? Natürlich nicht, sondern es soll suggeriert werden, dass auch die Erwachsenen zu solch einem hohen Prozentsatz Cannabis verkasematuckeln, was die Notwendigkeit beweise, das Gewächs zu legalisieren. Dies ist aber nicht annähernd der Fall: 67 Mio. der 80 Mio. Einwohner sind volljährig. 2,3 Mio. davon sind nur 3,43 %. Das gleichermaßen lächerlich-armselige wie abstoßend-würdelose Verhalten von 3,43 % der relevanten Bevölkerungsgruppe wird somit als Normalfall hingestellt, vor dem der Rest der Bevölkerung zu kapitulieren hat, weil er „vollständig gescheitert“ ist. Wohlgemerkt: Ausschließlich die Erwachsenen sind statistisch von Belang. Wie viele Jugendliche sich mit Cannabis volldröhnen, spielt im Zusammenhang mit der Legalisierung hingegen überhaupt keine Rolle, denn Jugendlichen soll dies ja weiterhin verboten sein. Insofern ist die Nennung der juvenilen Konsumenten ohnehin unsinnig - objektiv betrachtet. Aus Sicht der Grünen ist dies aber superschlau, weil der Volksverdummung dienend. So wird die Verirrung fast eines Viertels der Jugendlichen missbraucht, um die Mätzchen eines marginalen Teils der Erwachsenen zu legitimieren - 2,3 Mio. Fliegen können nicht irren.

Die Lektüre des Gesetzentwurfs vermittelt den Eindruck, dass die Grünen immer nur das Eine wollen: Jugendschutz, denn im CannKG ist geregelt, dass Jugendliche kein Cannabis besitzen dürfen. Aber eigenartig: Das ist doch bislang auch schon so. Worin besteht dann die grundsätzliche Verbesserung durch das CannKG? Darin, dass die künftigen Cannabis-Läden nicht an Jugendliche verkaufen dürfen? Dies aber hindert die Jugendlichen doch nicht daran, sich weiterhin auf illegalem Wege mit Cannabis einzudecken, und dies hindert die illegalen Händler nicht daran, ihr Grün-Zeug weiterhin an Jugendliche zu verticken. Was also würde sich durch das Gesetz am Cannabis-Missbrauch der Jugendlichen positiv ändern? Absolut nichts. Wozu also dieses verlogene, obszöne Jugendschutz-Gewäsch nach Art des Unrechtsstaat-Textes der Grünen in Thüringen? Wollten die „erwachsenen“ Hänflinge und ihre Polit-Lobbyisten wirklich etwas für den Jugendschutz tun, dann brauchten sie lediglich darauf zu verzichten, ihre infantile Oralfixierung durch Vollzug des Cannilingus zu befriedigen, um auf diese Weise der Jugend ein Vorbild zu sein und den Markt ein für alle Mal auszutrocknen.

Die Regelungen des CannKG im Einzelnen:

1     Volljährige dürfen 30 g Cannabis besitzen und 3 blühende, weibliche (geil!) Cannabispflänzchen ihr Eigen nennen.

2     Das Etikett von Cannabis-Packungen hat diverse Pflichtangaben zu enthalten, u. a. das Mindesthaltbarkeitsdatum (ist das nicht rührend?). Es fehlt bloß noch, dass auf dem Etikett stehen muss: „Wenden Sie sich bei Problemen an Ihren Arzt oder die nächste Drogenberatungsstelle.“ Brillanter Witz meinerseits, nicht wahr? Oder halten Sie solcherart Satire für zu billig? Weder noch - das ist die Realität: Das CannKG schreibt genau dies vor.

3     Es muss eine als „Gebrauchsinformation“ überschriebene, 13 Punkte enthaltende Packungsbeilage beigefügt sein, die u. a. die Warnung enthält: „Konsumieren Sie Cannabis gemeinsam mit Medikamenten nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker.“ Es tut mir leid, aber ich habe mir diesen Quatsch doch nicht ausgedacht.

4     Ergänzend zum CannKG sollen später noch diverse Verordnungen erlassen werden, u. a.:

„Das Bundesministerium für Gesundheit wird ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates, soweit es zum Schutz des Verbrauchers erforderlich ist, Maßnahmen zur Entwesung, Entseuchung oder Entkeimung von Räumen oder Geräten, in denen oder mit denen Cannabis hergestellt, behandelt oder in den Verkehr gebracht wird, von einer Genehmigung oder Anzeige abhängig zu machen sowie die Anwendung bestimmter Mittel, Geräte oder Verfahren bei solchen Maßnahmen vorzuschreiben, zu verbieten oder zu beschränken.“

Haben Sie das auf Anhieb verstanden? Macht nichts, ich auch nicht - dazu muss man wohl total stoned sein.

5     „Teilnehmer am Wirtschaftsverkehr mit Cannabis“ (vulgo: Dealer) müssen den „zuständigen Behörden der Länder“ (na, der Bundesrat wird sich freuen) regelmäßig zahllose Aufzeichnungen und Meldungen übermitteln.

6     Die schönste Stelle zum Ablachen ist folgende (ach, wenn mir doch nur ein einziges Mal so etwas Begnadetes einfiele!):

„Zur Sicherung der Cannabisvorräte sind zertifizierte Wertschutzschränke mit einem Widerstandsgrad I oder höher nach EN 1143-1 zu verwenden. Wertschutzschränke mit einem Eigengewicht unter 1.000 kg sind entsprechend der EN 1143-1 zu verankern. Wird anstelle von Schränken eine Raumsicherung bevorzugt, sind als Raumabschluss zertifizierte Wertschutzraumtüren mit einem Widerstandsgrad III oder höher nach EN 1143-1 zu verwenden.“

7     „Beim Freilandanbau von Hanf ist das Feld durch geeignete Mittel, insbesondere Zäune, gegen unbefugtes Betreten zu sichern.“ Kein Todesstreifen am Zaun? Da muss die PDS unbedingt nachbessern.

8     Das Verkaufspersonal muss eine Schulung absolvieren, die mit dem Zertifikat „Verantwortungsvoller Verkäufer“ abschließt (wohl die Vorstufe zu „Held der Arbeit“). Dergleichen wünscht man sich für alle Einzelhandels-Branchen - dann wäre endlich Schluss mit der Servicewüste Deutschland.

9     Erkennt das Verkaufspersonal bei Kunden „Anzeichen für ein abhängiges oder riskantes Konsummuster“, muss es sie über Möglichkeiten der Suchtberatung und der ambulanten und stationären Therapie beraten. Pusher und Suchthelfer in Personalunion, das nenne ich mal ganzheitliche Betreuung - der Wohlfahrtsstaat in reinster Form.

10    In jeder Verkaufsklitsche ist ein „Sozialkonzept“ zu erstellen, wozu es einen „Beauftragten“ geben muss.

11    „Jedes Glied der Handelskette“ muss aufwändig behördlich genehmigt werden, um sie „streng kontrollieren, überwachen und regulieren“ zu können: Betrieb eines Cannabisfachgeschäftes, Zulassung zum Cannabisgroßhandel, Einfuhr und Ausfuhr von Cannabis, Transport von Cannabis, Verarbeitung von Cannabis, gewerblicher Anbau von Hanf zur Gewinnung von Cannabis. Die Absicht, die „gesamte Handelskette“ für Cannabis staatlich zu regulieren, kommt natürlich dem von der PDS verfolgten Ziel der Planwirtschaft sehr entgegen. Dies könnte insbesondere die Renaissance der LPG einleiten. Man stelle sich vor: das deutsche Volk vereint in der Cannabis-Ernteschlacht. Der PDS geht dies aber nicht weit genug, denn der hündische Commerce lauert nun mal überall: Sie kritisiert die „kommerzielle Ausrichtung der Cannabis-Fachgeschäfte“. Da hilft nur eins: Verstaatlichung des Einzelhandels - „VEB Kiffer-Konsum“.

12    Die Grünen schrecken wirklich vor keiner Peinlichkeit zurück: „Cannabisfachgeschäfte, die direkt an einen landwirtschaftlichen Betrieb angegliedert sind, führen die Bezeichnung ‚Hofladen‘“ - Drogenkonsum als bukolisches Idyll. Folglich ist zu wünschen, dass Cannabis-Pflanzer Mitglied im Deutschen Bauernverband werden und die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft Cannabis als neue Kategorie für ihre DLG-Prämierungen einführt. Und wenn es erst mal Cannabis-Stände bei der Grünen Woche gibt ...

13    Auch eine Steuer auf Cannabis ist vorgesehen (recht so, warum soll es den Drogis besser gehen als den Alkis und Nikos). Die prognostizierten 2 Mrd. € jährlich sollen für Suchtpräventions-Projekte und andere soziale Anliegen verwendet werden. Das muss man sich mal genüsslich auf der Zunge zergehen lassen: Der Staat fördert den Drogenmissbrauch, um Maßnahmen gegen den Drogenmissbrauch zu finanzieren - eine neue Form der Kreislaufwirtschaft. Da soll noch mal einer den Grünen ökonomische Kompetenz absprechen.

14    „Das Bundesministerium für Gesundheit legt dem Bundestag und der Öffentlichkeit alle vier Jahre eine Evaluation dieses Gesetzes vor.“ Danke, das könnt ihr in der Tüte rauchen.

15    Und zu guter Letzt: „Mit der Überwachung beauftragte Behörden sind befugt, Cannabishandel und -anbau zu überwachen.“ Na, so was!

Wenn Cannabis etwas ganz Alltägliches und Unproblematisches ist, warum beschränken sich die Grünen nicht auf Artikel 3 des Gesetzentwurfs, nämlich die bloße Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, indem Cannabis aus der Liste der „nicht verkehrsfähigen Betäubungsmittel“ gestrichen wird, statt zwei vollständig neue Gesetze (Cannabiskontrollgesetz, Cannabissteuergesetz) zu verfassen? Man muss sich vor Augen halten: Es geht hier nicht um die Versorgung der gesamten Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser oder dergleichen, sondern dieser monströse organisatorische, technische und bürokratische Aufwand wird betrieben allein wegen des elitären, eitlen, affigen Getues von 3,43 % der erwachsenen (= 2,87 % der gesamten) Bevölkerung - es ist unfassbar! Sind wir eigentlich noch zu retten? Mit der auf der Grünen-Webseite ausgegebenen Parole „Vernunft statt Ideologie“ und all diesen bizarren Sicherheitsmaßnahmen ließe sich auch rechtfertigen, wie unverzichtbar und absolut risikolos der Betrieb von Atomkraftwerken ist.

Es dürfte klar sein, dass nicht sämtliche bislang illegalen Cannabis-Anbauer und -Verkäufer sich brav vom CannKG umdrehen lassen und uns ihr segensreiches Wirken künftig legal angedeihen lassen: Der finanzielle Aufwand ist zu hoch; manche können die formalen Voraussetzungen (Gewerbezentralregister-Auskunft, Führungszeugnis) nicht erfüllen; manche werden nicht bereit sein, sich auf 30 g je Einkauf zu beschränken (viele Kunden natürlich auch nicht: „Darf's ein cannabischen mehr sein?“). Und vor allem: Das Jungvolk muss ja weiterhin beliefert werden. Oder glauben die grünen Gutmenschen, die Illegalen würden allesamt zu biederen Kleinkrämern mutieren und auf die Jugendlichen als Goldesel verzichten, indem sie ihnen gesetzestreu den Zutritt verwehren („Du kummst hier net rein!“)? Der Cannabismarkt wird also im zumindest halbkriminellen Morast stecken bleiben. Werden die Illegalen die legale Konkurrenz einfach tatenlos hinnehmen, wird es friedliche, augenzwinkernde Koexistenz geben? Ich bin zwar kein Krimigucker, aber ein bisschen hollywoodeske Fantasie habe ich doch: Mal sehen, wann die ersten Cannabisfelder verwüstet werden und die ersten Läden in Flammen aufgehen. Zumindest Letzteres dürfte aber zu keinem Versorgungsengpass führen, denn die zertifizierten Wertschutzschränke mit einem Widerstandsgrad I oder höher nach EN 1143-1 und die zertifizierten Wertschutzraumtüren mit einem Widerstandsgrad III oder höher nach EN 1143-1 sind bestimmt feuerfest.

Wenn alle Stricke reißen, können die Grünen ja noch ein Gesetz verüben, da sie gerade so schön in Fahrt sind: CannVG, das Cannabisvorsorgegesetz. Vorbild ist das Ernährungsvorsorgegesetz, auf dessen Grundlage an 150 geheimen Orten in Deutschland als „Bundesreserve Getreide“ Hunderttausende Tonnen Weizen, Roggen und Hafer für Krisenzeiten gebunkert werden. Analog könnte es eine „Bundesreserve Cannabis“ geben, damit unsere Hätschelbabys (die 2,87 %) den restlichen 97,13 % nicht unablässig die Ohren vollplärren, sondern auch dann noch genügend Nuckel-Stoff haben, wenn draußen die Zivilisation zusammenbricht.

Apropos Kollaps: Da es sich beim CannKG um eine Extrawurst für die egoistischen Partikularinteressen einer gesellschaftlichen Randgruppe handelt, sollte für die Cannabisbranche konsequenterweise eine eigene Rechtsform eingeführt werden, mit besonderen Privilegien und Vergünstigungen: die „Cann KG“. Abgesehen von genereller Steuerbefreiung wegen Erfüllung mildtätiger Zwecke, darf es insbesondere in den Betrieben kein Streikrecht geben (was die PDS im SED-Staat zu schätzen wusste). Wie die häufigen Streiks der Lokführer gezeigt haben, ist es völlig inakzeptabel, dass einzelne Berufsgruppen, die unverzichtbare Spezialleistungen erbringen, das zentrale Nervensystem der Gesellschaft lahmlegen können. Es wäre grauenhaft, geradezu apokalyptisch, wenn infolge eines längeren Streiks im Cannabisness der Nachschub abbrechen würde. Ist uns eigentlich bewusst, was Süchtige, die voll auf Turkey sind, anrichten können? Man stelle sich vor: 2,3 Mio. ausgehungerte Cannabis-Junkies, vor Entbehrung dem Wahnsinn nahe, unberechenbar und zu allem bereit, weil sie nichts mehr zu verlieren haben, die zombieartig durch Deutschland streifen. Und sie wären auch noch schuldunfähig. Wollen wir die gesundheitlichen Dauerschäden (siehe oben: Nervensystem) verantworten, die durch den Entzug verursacht werden? Die Kosten hierfür (Therapien, Pflegeheime, Berufsunfähigkeit) müssten wir alle tragen. Hinzu kommt das menschliche Leid der Cannabilen, das in einer solidarischen Gesellschaft niemanden gleichgültig lassen darf. Um den ewigen, himmlischen Arbeitsfrieden sicherzustellen (die PDS ist schließlich die selbsternannte Friedenspartei), sollte der gesamte Wirtschaftszweig nicht zur Zuständigkeit der Gewerkschaft NGG gehören, sondern ich empfehle die Gründung der Gewerkschaft THC: Trantüten-Hanf-Consortium.

Die Mehrheit der Bundestagsabgeordneten wird hoffentlich dafür sorgen, dass die Grünen mit ihrer Permissionspolitik im Bereich von Cannabis vollständig scheitern werden. Aber Vorsicht - Alkoholkonsumenten können nicht glaubwürdig die Cannabis-Freigabe ablehnen: Wer im Wirtshaus sitzt, darf nicht mit Biergläsern werfen (oder irgendwie so ähnlich).

So warten wir voller Ungeduld darauf, dass PDS und Grüne endlich politisch ins Haschisch beißen.

----------------------------------------------------------------
Ich danke meiner Tochter Svenja, dass sie mich auf die Gesetzesinitiative der Grünen aufmerksam gemacht hat.

Startseite > Sonstiges > Grüne Gras-Hüpfer

***********************************************************************************************************************

Prima, Primaten!

www.dietrich-klabunde.de
Startseite > Sonstiges > Prima, Primaten!

22.05.2015

Am vorigen Samstag enterten 3 Piraten die Göttinger Innenstadt, fielen über die ahnungslosen Passanten her und verbreiteten Angst und Schrecken - nicht durch Raub und Mord, Plünderung und Brandschatzung, Verwüstung und Vergewaltigung, sondern indem sie die segensreiche Tradition der Armenspeisung wieder aufleben ließen: Sie verteilten Tütchen mit Hanfsamen. Darauf der Text „Gebt das Hanf frei“ und das Bild eines offensichtlich im Fluge kotzenden Vogels.

Quelle: www.piratenpartei-goettingen.de

Die Piratenpartei würde auch gern wie der Vogel im Hanf sitzen, aber noch ist das Volk nicht bekifft genug, um sie umfänglich zu wählen. „Hanf“ ist übrigens Maskulinum, aber im Kampf für die dem Bullenterror ausgelieferten Cannabis-Süchtigen darf auf grammatische Kollateralschäden keine Rücksicht genommen werden. Wenn man total zugedröhnt ist und nur noch lallen kann, kommt es auf solche Feinheiten ohnehin nicht mehr an. Die Besamungsaktion stand unter dem Motto „Mehr Hanf wagen“ (nun auch noch ein Rechtschreibfehler). Ich nehme an, Hanfwagen sind das Pendant zu Bierwagen. Da freuen wir uns schon auf künftige Gänselieselfeste und Weihnachtsmärkte mit Haschisch- und Marihuana-Ausschank.

Eine Partei, die sich „Piraten“ nennt, hat allen Anspruch darauf, ernst genommen zu werden (vielleicht gibt es demnächst Parteien namens „Cowboy und Indianer“ und „Räuber Hotzenplotz“) und ist zu Großem berufen: Erst vor Kurzem mussten wir mit fassungslosem Entsetzen erfahren, dass im Jahr 2014 74.000 Menschen durch Alkohol und 100.000 durch Tabak starben - aber nur 1.032 Tote durch illegale Drogen. Wie ist diese himmelschreiende Ungerechtigkeit zu erklären? Ganz einfach: Illegale Drogen sind illegal und dadurch dem öffentlichen Zugang weitestgehend entzogen. Ich, der ich mein wenig berauschendes Dasein in der finsteren Ära des doppelmoralinsauren Cannabis-Verbots fristen musste, habe im hohen Alter von 58 Jahren nicht mal ansatzweise eine Ahnung, wie man sich derlei Zeugs verschaffen kann. Wenn das Volk in solch dumpfer Unwissenheit gehalten wird, ist es kein Wunder, dass die Zahl der illegal Drogentoten auf erbärmlich niedrigem Niveau stagniert. Da sind Piraten prädestiniert, das Ruder herumzureißen - schließlich segeln sie unter der Totenkopf-Flagge.

Startseite > Sonstiges > Prima, Primaten!

***********************************************************************************************************************

Bock-Bier

www.dietrich-klabunde.de
Startseite > Sonstiges > Bock-Bier

9.10.2015

Die Hanfsamen-Verkostung der Primatenpartei in der Göttinger Innenstadt war schon bizarr genug. Geradezu surreal erschien mir jedoch der Anblick eines haushohen Plakats am Werksgebäude der Otto Bock GmbH in Duderstadt, marktführender Hersteller von Körperprothesen.

Spontan erinnerte es mich an eine legendäre Reklame der Fünfzigerjahre, worin ein durch die Wüste wankender Verdurstender am Firmament ein monströses Bierglas samt Inhalt halluziniert. Auf den zweiten Blick wirkte es, als hätten Christo und Jeanne-Claude sich einen schlechten Scherz erlaubt. Wer hatte denn diesen Bock geschossen? Doch schier unglaublich: Das Plakat war bierernst gemeint. Und Hans Georg Näder, unhabilitierter Professor und Eigentümer von Otto Bock, hatte dies höchstselbst veranlasst, um eine neue Duderstädter Biersorte zu promoten, die völlig ironiefrei „Heimatliebe“ heißt (wer null Bock auf Bier hat, ist folglich ein vaterlandsloser Geselle). Hergestellt wird das Patrioten-Gesöff von einem winzigen Laden, dessen Name länger ist als die Anzahl der Mitarbeiter: Duderstädter Braumanufaktur GmbH & Co. KG.

Es ist überaus löblich von Hans Georg Näder, dass er einen örtlichen Kleinbetrieb und dessen innovatives Geschäftsmodell unterstützt (vor allem in einer Region, die hoffentlich bald wieder Zonenrandgebiet sein wird). Der Betrieb gehört übrigens Hans Georg Näder. Nanu, ist hier der Bock zum Gärtner geworden? Keineswegs, denn nicht nur die Welt-, sondern auch die Duderstädter Wirtschaft ist verflochten (ich möchte nicht von Bierfilz sprechen). Daher handelt es sich bei der branchenübergreifenden Kooperation mitnichten um Bockmist aus einer Bierlaune, sondern um eine von unternehmerischer Weitsicht getragene strategische Entscheidung, eine Win-win-Situation mit Synergie-Effekt - für Hans Georg Näder geht es um die Bierwurst: Der Rauschmittelkonsum kommt nicht nur der Braumanufaktur zugute, sondern auch und vor allem Otto Bock, denn ein Gutteil der Patienten, die mit Arm-, Bein- und sonstigen Prothesen versorgt werden müssen, sind Opfer von Verkehrsunfällen, die auf Alkoholeinfluss zurückzuführen sind. Bierselig sind die geistlich Armen, denn ihnen wird das Himmelreich zuteil. Geht blitzschnell. Na, wenn schon: Alles hat einmal ein Ende (nur die Bockwurst hat zwei).

Startseite > Sonstiges > Bock-Bier

***********************************************************************************************************************

Studieren statt inhalieren

www.dietrich-klabunde.de
Startseite > Sonstiges > Studieren statt inhalieren

13.2.2016

Im Juli 2014 machte ich eine weitere verblüffende Entdeckung am Wegesrand, nicht ganz so bombastisch wie die verbockte Bierreklame, aber nicht weniger anstößig und provozierend. Dies veranlasste mich am 23.7.2014 zu folgender Email:

Studentenwerk Göttingen
Stiftung öffentlichen Rechts
Platz der Göttinger Sieben 4
37073 Göttingen

Sehr geehrte Damen und Herren,

so muss Kundenorientierung sein: Schon an der Auffahrt zur UMG wird man von einem zwar stummen, aber rund um die Uhr einsatzbereiten Mitarbeiter begrüßt - einem Zigarettenautomaten. Er mag schon seit einiger Zeit getreulich und wetterfest (so muss Personal sein) seinen Dienst verrichten, aber da ich nur selten dort entlang gehe, ist er mir erst jetzt aufgefallen. Es dauerte einige Augenblicke, bis mir klar wurde, dass der Zigarettenautomat erfreulicherweise nicht zur UMG, sondern zum Studentenwerk gehört: Er steht auf dem Gelände des Studentenwohnhauses Robert-Koch-Str. 38 (die UMG hat die Hausnr. 40), aber unmittelbar an der Grundstücksgrenze zur UMG. Es ist davon auszugehen, dass der überwiegende Teil der Passanten diesen feinen Unterschied nicht kennt, sondern das vergleichsweise kleine Gelände des Studentenwohnhauses, das von 3 Seiten vom UMG-Gelände umfasst ist, als Teil der UMG betrachtet. Auch mir, obwohl seit 30 Jahren UMG-Mitarbeiter, unterlief dies im ersten Moment.

Es ist von vornherein völlig inakzeptabel, dass eine öffentliche Einrichtung wie das Studentenwerk der Sucht anderer Menschen Vorschub leistet und sich daran bereichert: Das ist schmutziges Geld (man könnte auch sagen: Schwarzgeld - so schwarz wie eine Raucherlunge). Im vorliegenden Fall bedeutet der Zigarettenautomat aber zudem eine Rufschädigung für die UMG. Es darf nicht sein, dass sich an Stellen, die als Gelände der UMG wahrgenommen werden, Zigarettenautomaten befinden. Jeder, der schon einmal gehört hat, dass die UMG Mitglied im „Deutschen Netz rauchfreier Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen“ ist, worauf die UMG auf ihren Intranet- und Internet-Startseiten hinweist, kann beim Anblick dieses Zigarettenautomaten nur milde lächeln bis hämisch grinsen. Um es klar zu sagen: Dieser Zigarettenautomat ist eine Unverschämtheit und unerträgliche Provokation.

Ein weiterer Zigarettenautomat befindet sich etwas weiter südlich am unteren Ende des Gelände des Studentenwohnhauses - natürlich ebenfalls direkt neben UMG-Gelände.

Ich bitte Sie eindringlich, die beiden Zigarettenautomaten unverzüglich ersatzlos entfernen zu lassen. Sollten Sie gegenüber dem Nikotin-Dealer vertraglich gebunden sein, dann kündigen Sie den Vertrag und zahlen Schadenersatz - Strafe muss sein.

Kopien dieser E-Mail sende ich an die UMG und die Universität sowie an die regionalen Medien.

Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Klabunde

Nach einigen Wochen war der abgebildete Zigarettenautomat verschwunden. Sei es, dass ich mich wie üblich missverständlich ausgedrückt hatte, sei es, dass das Studentenwerk sich künstlich dumm stellte - der weitere Zigarettenautomat blieb erhalten. Daher versandte ich am 10.9.2014 eine weitere Email:

Studentenwerk Göttingen
Stiftung öffentlichen Rechts
Platz der Göttinger Sieben 4
37073 Göttingen

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen sehr, dass Sie den Zigarettenautomaten an der Auffahrt zur UMG entfernt haben. Der in meiner E-Mail vom 23.07.2014 ebenfalls genannte, etwas südlich neben dem UMG-Gebäude Robert-Koch-Str. 34 stationierte Zigarettenautomat ist jedoch weiterhin vorhanden.

Er befindet sich in trauter Zweisamkeit mit dem Firmenschild des Studentenwerks: „Wir gehören zusammen!“ Wie ein trutziger Beschützer und Mentor steht das Studentenwerk neben dem goldigen, kleinen Zigarettenautomaten - peinlicher und obszöner geht es nicht mehr. Der gute Ruf Ihres eigenen Betriebes sowie Ihre Verantwortung gegenüber der Gesellschaft im Allgemeinen und Ihrer Klientel im Besonderen sind Ihnen offensichtlich völlig gleichgültig. Entspricht das Feilbieten von Suchtmitteln Ihrer Verpflichtung, die Studierenden gesundheitlich zu fördern und zu beraten (§ 68 Abs. 2 Satz 1 Niedersächsisches Hochschulgesetz)? Andererseits - die Studis sind doch rundum versorgt: Erst können sie sich mit tatkräftiger Unterstützung des Studentenwerks vollqualmen, dann gehen sie zu den von der Universität veranstalteten Präventionstagen und lassen kontrollieren, wie weit Bluthochdruck und Verstopfung der Blutgefäße inzwischen gediehen sind. Und wer sich zum Uni-Sport begibt (weißes Schild), wird gleich in die richtige Richtung zum Nachtanken gelenkt.

Auch dieser Zigarettenautomat befindet sich unmittelbar neben UMG-Gelände, insbesondere deren Kindertagesstätte (blaues Schild). So dient der Zigarettenautomat auch als pädagogisch wertvolles Menetekel, welches schon die Kinder damit vertraut macht, dass das Leben nicht immer nur ein Ponyhof ist, sondern auch aus Krankheit und Tod besteht.

Nichtsdestoweniger bitte ich Sie eindringlich, auch diesen Zigarettenautomaten unverzüglich ersatzlos entfernen zu lassen.

Kopien dieser E-Mail sende ich wie üblich an die UMG und die Universität sowie an die regionalen Medien.

Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Klabunde

Einige Wochen später war auch dieser Zigarettenautomat sang- und klanglos verschwunden. Und einige Monate später sandte mir das Studentenwerk mit Email vom 15.4.2015 sogar eine Vollzugsmeldung:

Zigarettenautomaten auf dem Gelände des Studentenwohnhauses Robert-Koch-Str. 38

Ihre E-Mails

Sehr geehrter Herr Klabunde,

bezüglich Ihrer Anregung, die Zigarettenautomaten auf dem Gelände des Studentenwohnhauses in der Robert-Koch-Str. 38 zu verlegen, möchten wir Ihnen mitteilen, dass die Verlegung beider Zigarettenautomaten aus der unmittelbaren Nähe zum Universitätsklinikum Göttingen erfolgt ist.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Studentenwerk Göttingen

Damit war diese Akte erfolgreich geschlossen. Dass das Studentenwerk meine eindringliche Bitte zur „Anregung“ herunterzuspielen versuchte, sei ihm zwecks Gesichtswahrung verziehen - allein das Ergebnis zählt.

Startseite > Sonstiges > Studieren statt inhalieren

***********************************************************************************************************************

Städtischer Aut(omat)ismus

www.dietrich-klabunde.de
Startseite > Sonstiges > Städtischer Aut(omat)ismus

14.2.2016

Nun hatte ich Blut geleckt, und ich wollte mehr Beute erlegen! Ist der Blick erst einmal geschärft, entdeckt man allerorten Zigarettenautomaten, zuweilen im Vorgarten hinterm Jägerzaun neben den Gartenzwergen biederer Kleinbürger, die sich ein kleines Zubrot als Dealerkomplizen ergaunern. Vielfach aber auch auf öffentlichem, der Stadt gehörendem Gelände, bevorzugt an Haltestellen, wahrscheinlich damit die Nikotinsüchtigen keine Entzugserscheinungen bekommen, wenn der Stadtbus Verspätung hat. Daher begab ich mich auf eine spätsommerliche Fototour zwecks Beweissicherung und sandte der Stadt Göttingen am 24.9.2015 folgende Email:

Büro des Oberbürgermeisters
Hiroshimaplatz 1 - 4
37083 Göttingen

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Stadt, die Wissen schafft, sollten ausschließlich die Köpfe rauchen, und zwar nicht von Tabak, sondern durch Spitzenleistungen in Forschung und Studium. Dennoch wird das Straßenbild auf Schritt und Tritt durch Zigarettenautomaten verunstaltet. Wenn Privatpersonen und Betriebe ihre Grundstücke als Aufstellplätze auf den Strich schicken, müssen sie dies mit ihrem hoffentlich schlechten Gewissen vereinbaren. Vollends skandalös ist es jedoch, wenn die Stadt Göttingen sich daran beteiligt. Die Standorte der folgenden Zigarettenautomaten befinden sich höchstwahrscheinlich im Eigentum der Stadt:

Petrikirchstraße (Ecke Ulmenweg) Hermann-Rein-Straße (gegenüber Hotel Am Papenberg) Stumpfe Eiche (Bushaltestelle Im Hassel) Stumpfe Eiche (Bushaltestelle Stumpfe Eiche)
Hannoversche Straße (Bushaltestelle Freibad Weende) Max-Born-Ring (Bushaltestelle Edward-Schröder-Bogen) Humboldtallee (Kiosk) Waldweg (am Gelände Waldweg 33)
Ecke Berliner Straße - Godehardstraße (vor den Gerichten) Waageplatz (am Wall) Berliner Straße (Zoologie) Groner-Tor-Straße (Bushaltestelle Groner Tor)

Dies ist wohlgemerkt lediglich ein Weende- und Innenstadt-orientierter Ausschnitt. Es kann als sicher gelten, dass der gesamte Göttinger Maschinenpark um ein Vielfaches größer ist.

Sind die Zigarettenautomaten etwa gar kein Widerspruch zum Wissenschaftsstandort Göttingen, sondern ein Teil davon? Vielleicht handelt es sich um eine experimentelle Versuchsanordnung im Rahmen nobelpreisverdächtiger Forschungsprojekte, z. B. „Sozialität und Gesundheit bei Primaten“ - wozu per Definition auch die Gattung Mensch gehört.

Wie dem auch sei: Es ist von vornherein völlig inakzeptabel, dass eine öffentliche Einrichtung wie die Stadt, die in besonderem Maße dem Gemeinwohl verpflichtet ist, der Sucht von Menschen Vorschub leistet und sich daran bereichert. Das ist schmutziges Geld (man könnte auch sagen: Schwarzgeld - so schwarz wie eine Raucherlunge).

Ich bitte Sie deshalb herzlich und eindringlich, sämtliche Zigarettenautomaten, die sich auf städtischen Grundstücken befinden, unverzüglich ersatzlos entfernen zu lassen. Sollten Sie gegenüber den Nikotin-Dealern vertraglich gebunden sein, dann kündigen Sie die Verträge fristlos und zahlen Schadenersatz - Strafe muss sein. Dass die Räumung der Giftgas-Arsenale ohne Weiteres durchführbar ist, hat das Studentenwerk in vorbildlicher Weise gezeigt, indem es im vorigen Jahr auf meine Anregung 2 Zigarettenautomaten demontierte.

Kopien dieser Email erhalten die regionalen Medien, der Rat der Stadt und die im Rat vertretenen Parteien (sofern sie a. demokratisch und b. nicht so verkniffen sind, auf ihrer Webseite keine Emailadresse zu nennen). Insbesondere die Grünen als Vorreiter innovativer Suchtprävention müssten mein Anliegen vehement unterstützen: Schließlich ist in dem von der Grünen-Bundestagsfraktion eingebrachten Entwurf des CannKG geregelt, dass Cannabis nicht in Automaten feilgeboten werden darf.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Klabunde

Am 8.10.2015 antwortete mir die Stadtverwaltung mit folgender Email:

Sehr geehrter Herr Klabunde,

die in den Bilddateien dargestellten Automaten verfügen über eine entsprechende Erlaubnis. Hier bestehen langfristige Nutzungsverträge, die auch nicht ohne Weiteres gekündigt werden können. Hierzu besteht aus Sicht der Verwaltung auch keine Veranlassung, da der Verkauf an Minderjährige technisch ausgeschlossen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Stadt Göttingen
Referat des Oberbürgermeisters
Beschwerdemanagement
Hiroshimaplatz 1-4
37083 Göttingen
Tel.: 0551/400-4000
Fax: 0551/400-3133
beschwerden@goettingen.de
www.goettingen.de

2 Wochen hatte die Stadtverwaltung benötigt, um die schwere Entscheidung zu treffen, ob sie sich mir gegenüber als verantwortungslos und faul darstellen soll, indem sie aufrichtig sagt, dass sie keinen Bock hat, oder als strohdoof, indem sie zusammenhangloses Zeug daherplappert und so tut, als wäre sie unfähig, meine Email vom 24.9.2015 zu lesen und zu verstehen. Sie entschied sich für Letzteres, wofür ich ihr überaus dankbar bin, da der Satirewert dieser Variante ungleich höher und eine perfekte Vorlage war, um die Geschichte weiterzuführen. Am 12.10.2015 versandte ich folgende Email:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen für Ihre Email vom 8.10.2015. Zu Ihren wohl als Rechtfertigung für die Handlungsweise der Stadt Göttingen und als Widerlegung meiner Email vom 24.9.2015 zu verstehenden Ausführungen ist Folgendes zu sagen:

Die Aussage, die Zigarettenautomaten verfügten über eine Erlaubnis, ist irrelevant (ich nehme an, dass Sie mit „Erlaubnis“ eine solche durch die Stadt Göttingen als Eigentümerin der Standorte meinen): In meiner Email vom 24.9.2015 behauptete ich nicht, dass es keine „Erlaubnis“ gebe. Ganz im Gegenteil wies ich darauf hin, dass die Stadt Göttingen in ihrem Eigentum stehende Flächen für Zigarettenautomaten zur Verfügung stellt - das ist ja gerade das Problem. Im Übrigen verfügen sicherlich nicht die Zigarettenautomaten, sondern deren Betreiber über eine „Erlaubnis“.

Die Aussage, es bestünden langfristige Nutzungsverträge, ist irrelevant: In meiner Email vom 24.9.2015 bezweifelte ich dies nicht, sondern ganz im Gegenteil bat ich darum, die Verträge fristlos zu kündigen.

Die Aussage, die Verträge könnten „nicht ohne Weiteres“ gekündigt werden, wirkt etwas hingenuschelt und erweckt daher den Eindruck, dass Sie die Angelegenheit nicht mit der gebotenen Sorgfalt bearbeitet haben. Davon abgesehen, ist Ihre Aussage irrelevant: Jeder Vertrag lässt sich ohne Weiteres kündigen, indem man ihn fristgerecht kündigt. Man kann einen Vertrag aber auch vorzeitig kündigen und muss dann bestimmte Folgen in Kauf nehmen. Wenn man z. B. einen Mietvertrag vorzeitig kündigt, muss man eben einige Monatsmieten draufzahlen. Wenn die Stadt Göttingen die mit den Betreibern der Zigarettenautomaten bestehenden Verträge vorzeitig kündigt, muss sie eventuell Schadenersatz zahlen. Na und? Die Mittel hierfür sind vorhanden: Die Stadt Göttingen hat jahre- und jahrzehntelang an den Zigarettenautomaten verdient, und diese Einnahmen, bei denen es sich - dies bedarf keiner ernsthaften Diskussion - um schmutziges Geld handelt, sind mit Sicherheit höher als der Schadenersatz. Bitte nehmen Sie sich das Studentenwerk zum Vorbild, das sehr wohl willens und in der Lage war, die beiden Zigarettenautomaten zu entfernen - ob mit oder ohne Weiteres ist völlig belanglos.

Die Aussage, aus Sicht der Verwaltung bestehe keine Veranlassung, die Verträge zu kündigen, da der Zigarettenverkauf an Minderjährige technisch ausgeschlossen sei, ist irrelevant: In meiner Email vom 24.9.2015 behauptete ich nicht, dass die Zigarettenautomaten Minderjährigen zugänglich seien. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie meine Email so grundsätzlich missverstanden haben. Vielmehr ist anzunehmen, dass Sie mit dem Hinweis auf Minderjährige lediglich vom Thema ablenken wollen, weil Sie wissen, dass die Stadt Göttingen im Unrecht ist.

Mein Vorwurf in der Email vom 24.9.2015 lautete, dass die Stadt Göttingen der Sucht von Menschen Vorschub leistet und sich daran bereichert. Als Begründung dafür, dass die Stadt Göttingen keine Veranlassung sieht, die Zigarettenautomaten zu entfernen, ist daher der Hinweis auf die überhaupt nicht in Rede stehenden Minderjährigen völlig untauglich. Vielmehr kann die Begründung für die Haltung der Stadt Göttingen nur eine von zwei Varianten sein:

Entweder geht meine Behauptung gänzlich fehl, da aus Sicht der Stadt Göttingen diese nicht der Sucht von Menschen Vorschub leistet und sich nicht daran bereichert.

Oder meine Behauptung ist zutreffend, aber aus Sicht der Stadt Göttingen ist es nicht verwerflich, dass diese der Sucht von Menschen Vorschub leistet und sich daran bereichert.

Ich bitte Sie daher um eine klare, unmissverständliche Aussage, welche der beiden Begründungen sich die Stadt Göttingen zu eigen macht. Dies ist für die Öffentlichkeit von großem Interesse.

Ich danke Ihnen sehr für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Klabunde

Was sollte die Stadtverwaltung nun tun? Da blieb ihr nur eines: aussitzen. 3 Monate lang hüllte sie sich in Schweigen, bis ich ihr am 12.1.2016 ein Schreiben sandte - total uncool in Papierform:

Büro des Oberbürgermeisters
Beschwerdemanagement
Hiroshimaplatz 1 - 4
37083 Göttingen

Zigarettenautomaten

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf meine Email vom 12.10.2015 haben Sie bislang nicht geantwortet. Ich bitte Sie daher neuerlich um ein sachgerechte, inhaltlich auf meine Emails vom 24.9. und 12.10.2015 bezogene Aussage, die auch vor der Öffentlichkeit Bestand hat. Bitte gestatten Sie mir den Hinweis auf § 75 VwGO.

Ich danke Ihnen für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Dietrich Klabunde

Der „Hinweis auf § 75 VwGO“ meint Folgendes: Wenn eine Behörde mindestens 3 Monate lang auf einen Antrag bzw. einen Widerspruch nicht geantwortet hat, kann man sie beim Verwaltungsgericht mit dem Ziel verklagen, dass sie endlich einen Bescheid bzw. Widerspruchsbescheid erlassen muss. Dies wird als Untätigkeitsklage bezeichnet und ist in § 75 Verwaltungsgerichtsordnung geregelt. Natürlich hätte ich diese Untätigkeitsklage nicht wirklich erhoben, weil ich es mir nicht leisten könnte, auf den Gerichtskosten sitzen zu bleiben, falls ich beim Verwaltungsgericht unterlegen wäre, zumal unsicher ist, ob mein Anliegen überhaupt als „Antrag auf Erlass eines Verwaltungsaktes“ zu werten ist.

Nichtsdestoweniger schien ich die Stadtverwaltung mit meinem vollmundigen Bluff beeindruckt zu haben, denn zu meiner Verblüffung erhielt ich bereits am 13.1.2016 per Email eine Antwort:

Sehr geehrter Herr Klabunde,

mit Ihrem Schreiben vom 12.01.2016 bitten Sie um Beantwortung Ihrer Mail vom 12.10.2015. Wie ich Ihnen bereits mit Mail vom 08.10.2015 mitgeteilt habe, besteht aus Sicht der Verwaltung kein Anlass, die Nutzungsverträge zu kündigen.

Mit freundlichen Grüßen

Stadt Göttingen
Referat des Oberbürgermeisters
Beschwerdemanagement
Hiroshimaplatz 1-4
37083 Göttingen
Tel.: 0551/400-4000
Fax: 0551/400-3133
beschwerden@goettingen.de
www.goettingen.de

Na ja, etwas wortreicheres, nichtssagendes Gewölk hätte ich mir schon gewünscht für meine vielen Steuern; wofür werden die Leute denn bezahlt? Dagegen war die Email vom 8.10.2015 geradezu ein episches Großkunstwerk. Aber ich will nicht immer nur meckern: Immerhin hat die Stadtverwaltung mit diesem Kleinod des administrativen Minimalismus einen zwar lapidaren, aber doch sehr aufschlussreichen Schlusspunkt unter diese Realsatire gesetzt. Es ist überaus bemerkenswert, mit welcher Leichtigkeit und Dreistigkeit sie versucht, sich ihrer öffentlichen Verantwortung und jeglichem Kontakt mit ihren Bürgern zu entziehen. Diagnose: „Extreme Selbstbezogenheit mit unwirklichem Denken bei weltabgewandtem Verhalten“ (Brockhaus in 15 Bänden, 1997), „Rückzug auf die eigene Vorstellungs- und Gedankenwelt, mit Isolation von der Umwelt, charakterisiert durch extreme Selbstbezogenheit und Insichgekehrtheit“ (Brockhaus Enzyklopädie in 30 Bänden, 21. Auflage, bei Munzinger Online). Das Verhalten der Stadtverwaltung ist exemplarisch dafür, was hinter all dem flotten, neumodischen Wir-sind-Dienstleister-die-Bürger-sind-Kunden-Service-Management-Gefasel steht: nichts. Zusätzlich läppisch und peinlich ist es, dass die Stadt Göttingen sich damit brüstet, Mitglied des Gesunde-Städte-Netzwerks (Verknüpfung 1, 2, 3) und der Gesundheitsregion Göttingen (Verknüpfung 1, 2) zu sein. Selbstverständlich unterstützt sie auch den alljährlichen Weltnichtrauchertag und die Universitäts-Präventionstage. All das kostet nichts, macht weder Arbeit noch Ärger und ist so kuschelig unverbindlich und wirkungslos. Aber mal etwas Konkretes tun - nein danke!

Oder stimmt mit mir etwas nicht? Warum bin ich eigentlich so manisch fixiert auf die Demontage von Zigarettenautomaten? Bin ich davon abhängig geworden, muss ich therapiert werden? Gibt es in Göttingen für mich eine passende Suchtberatungsstelle? Ich kann ja mal die Stadtverwaltung fragen.

Startseite > Sonstiges > Städtischer Aut(omat)ismus

***********************************************************************************************************************

www.dietrich-klabunde.de
Startseite > Sonstiges > Shitparade
28.8.2017

Shitparade

Legalize it! Diese Botschaft der Hanfparade am 12. August in Berlin darf nicht ungehört und folgenlos verhallen: Das längst überfällige CaSüHiG (Cannabis-Süchtigen-Hilfegesetz) muss schnellstmöglich verabschiedet werden! Der Aufschrei der Verdammten dieser Erde, les Misérables, the Walking Dead, die sich am Boden zerstört durch Berlin schleppten, will uns endlich wachrütteln: „Wir Cannabis-Süchtigen sind am Ende, wir können nicht mehr aus eigener Kraft weiterleben, wir liegen in der Gosse und gehen zugrunde, wenn ihr euch nicht unserer erbarmt!“ Die Rettung der anderenfalls dem Untergang geweihten Cannabis-Süchtig*innen bedarf unverzüglich einer verlässlichen gesetzlichen Grundlage durch das CaSüHiG, damit die für Intensivmedizin, Psycho- und Soziotherapie, Hartz IV und Sozialhilfe, Betreuungswesen und Dauerpflege, Beschaffungskriminalität und -prostitution zuständigen Stellen sich nicht länger ihrer Verpflichtung entziehen können. Insbesondere ist die Finanzierung des flächendeckenden Neu- und Ausbaus geschlossener Abteilungen und des hierfür eigens geschulten, handfesten Personals sicherzustellen. Für all dies wird ein Soli der Einkommensteuerzahler unerlässlich sein. Der alte Sinnspruch „Wer Sucht, der findet“ - nämlich Hilfe - kann nicht länger eine wohlfeile, unverbindliche Worthülse bleiben, sondern muss nunmehr in die Tat umgesetzt werden.

Dafür dürfen wir weder Kosten noch Mühen scheuen: Solidarität und christliche Nächstenliebe (zumal im Luther-Jahr) sind das Gebot der Stunde. Wir wollen diese am Rande der Gesellschaft Gestrandeten nicht vergessen, gar verstoßen, sondern alles zu ihrer Resozialisierung und Integration Erforderliche tun. Patenschaften, Ausflüge in den Zoo, Besuch des Weihnachtsmarkts, gemeinsames Ostereiersuchen (bitte nicht auf der Haschwiese!) usw. sind sinnvolle Maßnahmen, um diesen vom Leben so arg Gebeutelten und Enttäuschten vor Augen zu führen, dass die Wirklichkeit schön sein kann und nicht nur aus ihrem Drogenelend besteht. Einladungen zu einem kräftigenden Mittagessen im Familienkreis und gemütlichem Beisammensein mit Tee und Gebäck können ebenfalls dazu beitragen, die Cannabis-Süchtigen behutsam ins Leben zurückzuführen und ihnen Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft zu vermitteln. Sollte der eine oder die andere unserer Schutzbefohlenen auch mal dumpf vor sich hin sabbern und nur wirres Zeug lallen oder auf dem Sofa einnässen, so wollen wir uns nicht angeekelt abwenden, sondern ihnen umso mehr mit Güte und Verständnis begegnen. „Cannabees welcome!“ soll unser aller Richtschnur sein.

Die Nikotin-, Alkohol- und Heroin-Süchtigen werden seit eh und je gehätschelt und gepämpert; um die wird ein großes Geschiss gemacht, und es werden ihnen Milliarden in den Arsch geschoben, aber die Cannabis-Süchtigen sind die Dummen (schon infolge des Cannabis-Konsums). Verzeihen Sie meine drastische Ausdrucksweise, aber Sie mögen daran ersehen, wie zutiefst entrüstet ich darüber bin, dass die Situation der Cannabis-Süchtigen so beschissen ist. Die Freigabe von Cannabis würde die Lage zusätzlich verschärfen und weitere Opfer hervorrufen.

Welche Kräfte sind es, die hierzulande dreist und schamlos die Cannabis-Freigabe betreiben und dadurch sehenden Auges kaltblütig zahllose weitere Süchtige in Kauf nehmen? Wie könnte es anders sein: CDU und CSU, die sich wie immer als willfährige, korrupte Marionetten und Handlanger des Großkapitals erweisen: Skrupellose Geschäftemacher und Investoren (kommen natürlich vor allem aus Trumpland angeschissen), die wissen, dass man nur mit Scheiße richtig Kohle machen kann, und dafür über Leichen gehen, wollen eine globalisierte Cannabis-Industrie aufziehen: Dafür werden Regenwälder vernichtet, um neue Anbauflächen zu gewinnen, und Ackerland, auf dem Getreide für die Ärmsten der Armen dieser Welt reifen soll, wird für Cannabisplantagen missbraucht. Klimakatastrophen, Hungersnöte, Kinderarbeit und Kriege werden die zwangsläufige Folge sein - G20 eben.

Die Cannabis-Profiteure wissen genau, dass der Markt noch längst nicht gesättigt ist. „Alkohol- und Tabakkonsum sind tief in der Gesellschaft verwurzelt“, stellt die Bundesbeauftragte Marlene Mortler anlässlich des „Drogen- und Suchtberichts 2017“ treffend fest. Für Cannabis gilt dies hingegen ganz und gar nicht: Die breite ... pardon: große Masse der Bevölkerung hat daran bislang kein Interesse, da Cannabis illegal ist. Auch z. B. Banküberfälle mit Geiselnahme sind infolge ihrer Strafbarkeit bis dato kein Volkssport, sondern finden Anhänger lediglich in bestimmten, geistig-moralisch etwas speziell strukturierten Zirkeln. In Deutschland sind 25 % der Erwachsenen nikotinsüchtig; fast sämtliche Erwachsenen sind Alkoholisten, ca. 15 % in gesundheitsriskanten Mengen - aber nur eine eitle, elitäre Minderheit von 6,1 % der Erwachsenen, die sich für den Mittelpunkt des Universums hält, nuckelt Cannabis-Kotztüten. Da geht noch was. Eine aggressive Werbekampagne („Am Morgen ein Jeund, und der Tag ist dein Froint!“), die insbesondere Kinder und Jugendliche an die Cannabis-Sucht heranführen soll, wird hierfür den Boden bereiten:

Um ihre der Gewinnmaximierung dienenden Ziele rücksichtslos durchzusetzen, betreiben die Cannabis-Anbauer intensive Lobbyarbeit beim konservativen Block - der käufliche Staat, der den Profitgeiern in den Arsch kriecht. Die wirtschaftshörigen Cannabis-Befürworter in der politischen Klasse, die bei allen Aufrechten verschissen haben, plappern natürlich nur Bullshit daher, um ihre durchsichtigen Machenschaften zu verschleiern: Wachstum, Arbeitsplätze, Zukunftssicherung - das übliche abgedroschene Geschwafel, das mündigen Bürgern am Arsch vorbei geht. Bislang konnte die ... na, die Dingsda, nicht sagen, ich hab's gleich ... die SPD in der GroKo noch das Schlimmste verhüten. Ab Herbst ist es dann unverzichtbar, dass eine rot-blutrot-grüne Koalition die Macht übernimmt und den entfesselten Kapitalismus in Ketten legt, indem sie der Cannabis-Freigabe ein für alle Mal den Garaus macht.

Ein erster Shitstorm brach am 7./8. Juli in Hamburg los: In einer Großkundgebung unter der Schirmherrschaft des VBIFAS (Volker-Beck-Institut für angewandte Suchthilfe) protestierten gesundheitsbewusste Menschinnen und Menschen, die sich nicht verarschen lassen, vehement gegen die Cannabis-Umtriebe und verpassten deren verantwortungslosen Aktivisten einen deftigen Anschiss. Nebenbei wurden im Zuge einer spontanen Aufwallung des Volkszorns unter dem Schlachtruf „A-Anti-Anticannabista!“ zahlreiche Läden, die als illegale Coffeeshops verrufen waren, außer Betrieb gesetzt. Auch wurde bereits die Forderung verbreitet, die Cannabis-Süchtigen-Hilfe gesetzlich festzuschreiben: Mit Rechtsanwälten bestückte „Legal Teams“, die in ihren schicken Warnwesten aussahen wie Bauarbeiter mit Hochschulabschluss, waren in den Straßen unterwegs, um die Öffentlichkeit über das Gesetzesvorhaben zu informieren.

Trotz der Parole „Breiter kommen wir weiter“ (solch witzloser Dünnschiss kann nur den verqualmten Schrumpfgehirnen endlospubertierender Cannabis-Süchtiger entspringen) haben jedoch einige Bürger gegenüber dem breiten Linksbündnis eine Leck-mich-am-Arsch-Haltung, sodass SPD, PDS und Grüne eventuell die Wahl verkacken - shit happens. Sollte daraufhin eine CDSU-Alleinregierung handstreichartig Cannabis freigeben, so wäre dies ein tiefer Griff ins Klo: Legalize shit. Scheiß drauf!

Siehe auch:
Grüne Gras-Hüpfer
Prima, Primaten!

Startseite > Sonstiges > Shitparade

***********************************************************************************************************************

www.dietrich-klabunde.de
Startseite > Sonstiges > Fingerzeig
30.8.2017

Fingerzeig

Diese Animation ist auch in folgenden Dateiformaten und Größen verfügbar:
GIF, 300 x 341 Pixel, 1.629.785 Bytes
GIF, 1200 x 1363 Pixel, 22.681.926 Bytes
AVI, 507 x 576 Pixel, 49.896.876 Bytes
WMV, 950 x 1080 Pixel, 4.511.634 Bytes
SWF, 422 x 480 Pixel, 2.578.427 Bytes

Startseite > Sonstiges > Fingerzeig

------------------------------------------------------------------------------------
Weitergabe, Veröffentlichung jeglicher Art und Verlinkung dieser Texte sind mit Autoren- und Quellenangabe ausdrücklich erwünscht!

(30.8.2017)